Meat Mead & Meat!" (= Ausweitung der Erkenntniszone, Teil 2)
Performance, Waggonhalle Kulturzentrum
9/2014

Künstlerische Leitung: Sabine Manke

Performance-Team: Magdalena Kaim, Antje Kessler, Felix Hieronimi, Inga Berlin, Lars Paschold, Martin Esters, Carrie B. Dohe, Willem M.

Der zweite Teil der Performance-Reihe zu den Eigentümlichkeiten ethnologischen Ausstellens kannibalisiert die amerikanische Kulturanthropologin Margaret Mead (1901–1978). Als die namhafteste Feldforscherin aller Zeiten und als Kuratorin hat sie uns gelehrt, was es heißt, andere Kulturen zum Zwecke von Selbst- und Fremderkenntnissen produktiv zu verwursten. In einem szenischen Schlachtfest trifft ethnologische Neugier auf kaltblütiges Kalkül und pralles Leben auf akademisch-vegane Verwertung.

Gefördert durch den Fachdienst Kultur Marburg.

Pressetext: Unter dem Motto „Ausweitung der Erkenntniszone“ präsentieren Conscientious Mythmakers/Theater GegenStand am Dienstag, den 30.9. den zweiten Teil einer Performance-Reihe zu den „Eigentümlichkeiten ethnologischen Ausstellens“. Im Fokus steht diesmal die Arbeit der amerikanischen Kulturanthropologin Margaret Mead (1901–1978). Berühmt geworden mit einer Studie zur samoanischen Kultur, hat sie der Pazifikraum als Feldforscherin ihr ganzes Leben lang nicht mehr losgelassen. Bei ihren zahlreichen Aufenthalten sammelte sie unter anderem Tausende von rituellen und Alltagsgegenständen für das American Museum of Natural History. Dort richtete sie Anfang der siebziger Jahre auch eine Dauerausstellung zu den Pazifikkulturen ein. Die Zuschauer erwartet an diesem Abend ein unkonventioneller und kritischer Blick auf die Grundfragen ethnologischen Forschens und Sammelns. „Mead ist immer wieder vorgeworfen worden, sie hätte ihre eigenen Probleme und Themen auf andere Kulturen projiziert, diese Freiheit nehmen wir uns für diese Performance natürlich auch“, meint die künstlerische Leiterin Sabine Manke. Unter dem Slogan „Meet Mead & Meat“ wird gekürzt, gedichtet und verdichtet, was das Zeug hält, und – nicht zuletzt – verwurstet: Denn ein Schwerpunkt des Abends liegt auf den kannibalistischen Konstellationen im präsentierten Material. Aber keine Angst – soviel verspricht die Produktion – blutig wird es nicht.

Fotos: Laura Roudaut